Julia Mensch

CARTOGRAFIA DE UN EXPERIMENTO A CIELO ABIERTO (Kartographie eines Experiments unter freiem Himmel)

2019

Installation, bemalte Keramikteller, Publikationen, in Arbeit

Der anhaltende Boom der agroindustriellen Biotechnologie begann in Argentinien 1996 mit der Zulassung der ersten gentechnisch veränderten (GV) Kulturpflanze für den kommerziellen Anbau: Monsantos Roundup Ready Soja mit Glyphosat-Toleranz. Seither wird das Monokultur-Modell, in dem Soja die Hauptrolle spielt, in Argentinien angewandt als seien die Felder offene Laboratorien für Agro-Technologien, die von multinationalen Firmen (wie Bayer-Monsanto, Syngenta, etc.) auch hier in Europa entwickelt werden. Mehr als 300 Millionen Agropestizide werden jedes Jahr versprüht, die Anbauflächen ständig vergrößert, Rekordernten beworben und neue GV-Eigenschaften und -Pflanzen eingeführt, ohne jegliches Vorsorgeprinzip. Aber so wie die negativen sozio-ökologischen Konsequenzen und die verstörenden Gesundheitsprobleme dieses Modells sich vermehren, wachsen auch Widerstand und Alternativen. Diese Arbeit ist eine Kartographie, bestehend aus Porträts von Menschen und Pflanzen, und aus Chroniken die auf meiner laufenden Forschung über die argentinische Situation in Verbindung mit dem globalen Kontext aufbauen.