KiöR Künstler*innen

Georg Klein

www.georgklein.de

Installation / Objektkunst, Medienkunst, Klangkunst, Partizipation

* 1964
Gruppen: Errant Sound Project Space

Index

Text

Von der Komposition herkommend hat Georg Klein eine vielfältige, künstleri­sche Praxis entwickelt, in der er mit Sound, Video, Text und Fotografie arbeitet. In seinen Installationen und Interventionen – insbesondere im öffentlichen Raum – verdichtet er visuelle und akustische, situative und politische Aspekte zu einem Spannungsraum, in den die Besucher mitunter interaktiv oder partizipativ involviert werden.
Ausgangspunkt seiner Arbeit ist die Untersuchung von Orten und Situationen, deren inhär­ente Konfliktlagen er herausarbeitet und in einer ästhetischen Transformation zur Sprache bringt. Dabei spielt sowohl inhaltlich als auch formal das Thema der Grenze und ihre Überschreitung eine beson­dere Rolle, im psychischen Innenraum wie im politischen Aussenraum.
Mit seinen ortsspezifi­schen Installationen, aber auch in seinen konzertanten Arbeiten und hörspielartigen Soundwalks fordert er in irritierender Weise die Wahrnehmung seines Publikums heraus, auf der Grenze zwischen Kunst und Wirklichkeit. Er spielt mit grenzüber­schreitenden, audiovisuellen Kom­munikationsräumen wie mit politischen Fakes, die in ein unsicheres Terrain führen, Identitäten hinterfragen und die Besucher auf provokante Weise in eine Reflexion bringen.
In den letzten Jahren stand die künstlerische Erörterung gesellschaftlicher Machtverhältnisse in Politik und Ökonomie im Vordergrund seiner künstlerischen wie auch seiner kuratorischen Arbeit. Seine Eingriffe in den physischen wie medialen öffentlichen Raum lösten bisweilen heftige Reaktionen bei Publikum und Presse aus, da sie sich oft einer subversiv-affirmativen Strategie bedienen und damit den sicheren Rahmen der Kunst verlassen.

Vita

Auszeichnungen: Preise und Stipendien

2018 Arbeitsstipendium des Berliner Senats (einjährig)
2016 Projektraumpreis des Berliner Senats für Errant Sound Project Space
2015 1.Preis Klangkunstwettbewerb IGA 2017, Berlin
2015 EMAF-Dialogpreis des Auswärtigen Amts der Bundesrepublik Deutschland
2014 Curator in Residence, quartier21, MuseumsQuartier Wien, Österreich
2013 Artist in Residence Galeria Communale Taranto, Italien
2013 Artist in Residence Schlossmediale Werdenberg, Schweiz
2012 Artist in Residence, MuseumsQuartier Wien / Tonspur, Österreich
2010 Residenzstipendium des Berliner Senats in Istanbul, BM Contemporay Art Center, Türkei
2006 Medien-Raum-Preis des Landes NRW
2006 Residenzstipendium der Deutschen Akademie Rom (VillaMassimo/CasaBaldi), Italien
2003 Stipendium Stiftung Kulturfonds
2002 Deutscher Klangkunstpreis, Skulpturenmuseum Marl, NRW, und WDR Köln
2002 Stipendium Künstlerhaus Schloß Wiepersdorf
2000 Klangkunst-Stipendium des Berliner Senats
1999 Internationaler Gustav-Mahler-Kompositionspreis Österreich


Künstlerisch-technische Ausbildung

2003 Universität der Künste Berlin (UdK): Weiterbildung in Videokunst (M.J.Lafontaine),
Videoprogrammierung/Jitter (D.Busch) und Musiktheater (R.Häusermann/M.Tsangaris)

1998 – 2001 Elektronisches Studio der TU Berlin: Kompositionsunterricht / Programmierkurse in
Studiotechnik / Elektron. Musik (Folkmar Hein), Elektron. Komposition (H.-M. Olbrisch), Audiosoftware MaxMSP (Th. Seelig), Supercollider (St. Pope), Netzmusik (Golo Föllmer)

1996 Selbständig als Komponist. Erste Veröffentlichung auf CD.

1992 – 1998 Freie Universität Berlin: Studium Religionsphilosophie/Kulturwissenschaft/Psycho­ana­lyse bei Prof. Heinrich und Vgl. Musik­wissenschaft bei Prof. Kuckerz (nicht abgeschl.)
Studentenvertreter / Mitglied der Studienordnungs-/Prüfungskommission

1991 – 1994 Mitarbeiter im DFG-Forschungsprojekt "Visualisierung von Lautsprache für Gehörlose",
Leitung: Dr. Klaus Hobohm, TU Berlin

1988 – 1992 Violinunterrricht (K.Landsberg), Klavierunterricht (G.Klose), Musiktheorie (W.Bendel)

1987 – 1991 Technische Universität Berlin: Fortsetzung des Studiums zum Toningenieur: Studio- technik, Akustik, Elektronik, Digitaltechnik, Musik-/Kommunikationswissenschaft;
Diplomabschluss bei Prof. Manfred Krause

1983 – 1986 Technische Universität München: Studium der Elektrotechnik/-akustik, Vordiplom bei Prof. Zwicker. Praktische Arbeit im Ingenieurbüro Müller BBM (Raum-/Konzertakustik, Akustik im Stadtraum, Frequenzanalyseverfahren)